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Der fast volle Mond — 99 % beleuchtet
Mond

Der fast volle Mond — 99 % beleuchtet

Moon

Aufgenommen am 28. Juli 2026, einen Tag vor dem exakten Vollmond. Der Mond steht 14 Tage nach Neumond und zeigt fast seine gesamte Tagseite — nur am Rand verrät ein hauchdünner Schattensaum, dass noch ein Rest fehlt.
Vollmond ist für Kraterjäger eigentlich die schlechteste Zeit: Die Sonne steht senkrecht über der Mondlandschaft, und ohne schräg einfallendes Licht werfen Berge und Kraterwälle keine Schatten. Die Oberfläche wirkt dadurch flach.
Dafür zeigt sich jetzt etwas, das man sonst kaum sieht: die Strahlensysteme. Die hellen Linien, die vom unteren Bereich der Scheibe wie Speichen über den Mond laufen, sind Auswurfmaterial junger Einschläge — Gestein, das beim Aufprall über hunderte Kilometer geschleudert wurde. Am deutlichsten ist Tycho, der die halbe Mondscheibe überzieht. Diese Strahlen sind nur bei hohem Sonnenstand sichtbar, weil sie nicht durch Schatten, sondern durch ihre Helligkeit auffallen.
Die großen dunklen Flächen sind die Maria — erstarrte Lavaebenen, vor über drei Milliarden Jahren entstanden, als gewaltige Einschläge die Mondkruste durchschlugen.
Ein Bildpunkt entspricht hier rund 7 Kilometern. Nichts ist ausgebrannt: Der hellste Wert liegt bei 182 von 255 möglichen — bei einem so hellen Objekt ist das die eigentliche Kunst, denn ein überbelichteter Vollmond ist nur noch eine weiße Scheibe.

Dieses Licht war 1,3 Sekunden unterwegs, bevor es meinen Sensor traf.

Du siehst den Mond nicht so, wie er jetzt ist – sondern wie er vor gut einer Sekunde war.

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Aufnahme
2026-28-07
Belichtung
f/5 · 160mm
Ort
Kempen
Auflösung
540 × 960 px

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