Astronomy glossary
Terms around stars, nebulae and astrophotography – briefly explained.
Achromatische Aberration Farbsäume an hellen Objekten durch unterschiedlich gebrochenes Licht.
Einfache Linsen bündeln nicht alle Farben im selben Punkt – dadurch entstehen violette oder grüne Ränder an hellen Sternen oder am Mondrand. Gute Optiken (apochromatisch) korrigieren das. Beim Bearbeiten lassen sich Reste solcher Farbsäume entfernen.
Albedo Das Rückstrahlvermögen einer Oberfläche – wie viel Licht sie zurückwirft.
Ein heller, frischer Mondkrater hat eine hohe Albedo, dunkles Mare-Basalt eine niedrige. Deshalb leuchten junge Krater mit ihrem hellen Auswurfmaterial so auf, während die Mare-Ebenen dunkel bleiben. Auch bei Planeten bestimmt die Albedo, wie hell sie erscheinen.
Bortle-Skala Maß für die Dunkelheit des Nachthimmels, von 1 (perfekt) bis 9 (Großstadt).
Die Bortle-Skala beschreibt, wie stark die Lichtverschmutzung ist. Klasse 1 ist ein perfekt dunkler Wüstenhimmel, Klasse 4 ländliche Vororte, Klasse 8–9 hell erleuchtete Städte. Je höher die Zahl, desto länger muss man belichten, um schwache Nebel sichtbar zu machen.
Deep-Sky Sammelbegriff für alles außerhalb des Sonnensystems: Nebel, Galaxien, Sternhaufen.
Deep-Sky-Objekte (DSO) sind lichtschwache Ziele weit jenseits der Planeten – Gasnebel, ferne Galaxien, Kugel- und offene Sternhaufen. Sie brauchen lange Belichtungszeiten, weil ihr Licht Tausende bis Millionen Jahre zu uns unterwegs war.
Duoband-Filter Filter, der gleichzeitig Hα (rot) und OIII (blaugrün) durchlässt.
Ein Duoband- oder Dualband-Filter öffnet zwei schmale Fenster: eines für Wasserstoff (Hα), eines für Sauerstoff (OIII). Er blockt den Rest – also auch Straßenlaternen-Licht. Ideal für Emissionsnebel aus der lichtverschmutzten Stadt. Beim Seestar der eingebaute LP-Filter.
Emissionsnebel Eine Gaswolke, die selbst leuchtet, angeregt von jungen heißen Sternen.
Emissionsnebel bestehen vor allem aus Wasserstoff, den nahe, sehr heiße Sterne mit ultraviolettem Licht zum Leuchten anregen. Das Ergebnis ist das typische rote Hα-Glühen. M16 (Adler) und M17 (Omega) sind klassische Beispiele – Kinderstuben neuer Sterne.
Galaxie Ein riesiges System aus Milliarden Sternen, Gas und Staub.
Galaxien sind gewaltige Ansammlungen von Sternen, gebunden durch die Schwerkraft. Unsere Milchstraße ist eine davon. Die Andromeda-Galaxie (M31) ist mit 2,5 Millionen Lichtjahren die nächste große Nachbarin – und das entfernteste, was man mit bloßem Auge sehen kann.
Gradient Ein ungleichmäßiger Helligkeitsverlauf im Bild durch Lichtverschmutzung.
Aufnahmen aus der Stadt zeigen oft einen Verlauf – eine Ecke heller als die andere, weil Straßenlicht den Himmel aufhellt. Beim Bearbeiten rechnet man diesen Gradienten heraus, damit der Hintergrund gleichmäßig dunkel wird und der Nebel klar hervortritt.
Hα (H-alpha) Das rote Leuchten von Wasserstoff – die Hauptfarbe vieler Nebel.
Wasserstoff sendet Licht in einer schmalen roten Linie aus, wenn ihn junge heiße Sterne anregen. Fast alle Emissionsnebel (M16, M17…) leuchten hauptsächlich in diesem Hα-Licht. Schmalbandfilter lassen genau diese Linie durch und blocken Lichtsmog.
Konjunktion Zwei Himmelskörper stehen am Himmel scheinbar dicht beieinander.
Bei einer Konjunktion ziehen etwa zwei Planeten – oder ein Planet und der Mond – eng aneinander vorbei. Sie sind dann nur scheinbar nah; in Wirklichkeit trennen sie Millionen Kilometer. Solche Begegnungen sind schöne, oft fotogene Ereignisse.
Kugelsternhaufen Eine dicht gepackte Kugel aus Hunderttausenden uralten Sternen.
Kugelsternhaufen sind kompakte Bälle aus bis zu einer Million Sternen, die sich um unsere Milchstraße bewegen. Sie gehören zu den ältesten Objekten des Universums – oft über 12 Milliarden Jahre alt. M13 im Herkules ist der bekannteste am Nordhimmel.
Kulmination Der Moment, in dem ein Objekt seinen höchsten Punkt am Himmel erreicht.
Jedes Objekt steigt, erreicht seinen Höchststand (die Kulmination) und sinkt wieder. Genau dann steht es am günstigsten für eine Aufnahme, weil die störende Luftschicht am dünnsten ist. Der Aufnahme-Planer auf vlio zeigt dir diesen Zeitpunkt.
Libration Das leichte „Nicken" des Mondes, das uns etwas um den Rand blicken lässt.
Der Mond zeigt uns immer dieselbe Seite – aber nicht ganz starr. Durch die Libration wackelt er leicht, sodass wir über die Zeit rund 59 % seiner Oberfläche sehen können statt nur 50 %. Randnahe Formationen erscheinen dadurch mal besser, mal schlechter sichtbar.
Lichtjahr Die Strecke, die Licht in einem Jahr zurücklegt – rund 9,5 Billionen km.
Ein Lichtjahr ist keine Zeit-, sondern eine Entfernungsangabe. Licht ist mit 300.000 km/s unterwegs; in einem Jahr schafft es etwa 9,5 Billionen Kilometer. Wenn ein Nebel 5.500 Lichtjahre entfernt ist, sieht man ihn so, wie er vor 5.500 Jahren aussah.
Lichtverschmutzung Die Aufhellung des Nachthimmels durch künstliches Licht.
Straßenlaternen, Werbung und Städte lassen den Himmel glühen und überstrahlen schwache Objekte. Sie ist der größte Feind der Astrofotografie in bewohnten Gegenden. Filter und dunkle Standorte helfen – gemessen wird sie mit der Bortle-Skala.
Magnitude (Helligkeit) Das Maß für die Helligkeit eines Objekts – je kleiner die Zahl, desto heller.
Die Magnitude läuft rückwärts: Ein Stern 1. Größe ist heller als einer 6. Größe. Sehr helle Objekte haben sogar negative Werte (Sirius: −1,4). Mit bloßem Auge sieht man unter dunklem Himmel bis etwa Magnitude 6, mit dem Seestar viel schwächere Objekte.
Mare Dunkle, glatte Ebenen auf dem Mond aus erstarrter Lava.
Frühe Beobachter hielten die dunklen Flächen für Meere und nannten sie „Mare" (Mehrzahl: Maria). Tatsächlich sind es erkaltete Lavaebenen, vor über drei Milliarden Jahren entstanden, als große Einschläge die Mondkruste durchschlugen. Sie sind glatter und kraterärmer als das helle Hochland.
Meridian Die gedachte Linie von Nord über den Zenit nach Süd.
Der Meridian teilt den Himmel in Ost und West. Ein Objekt kulminiert – erreicht seinen höchsten Punkt – genau beim Überqueren des Meridians. Das ist der beste Moment für eine Aufnahme, weil man dann durch die geringste Luftschicht blickt.
OIII (Sauerstoff) Blaugrünes Leuchten von zweifach ionisiertem Sauerstoff.
OIII ist neben Hα die zweite wichtige Emissionslinie. Sie erscheint blaugrün und ist typisch für planetarische Nebel und die heißen Kerne von Emissionsnebeln. Zusammen mit Hα ergibt sich das charakteristische Rosa vieler Aufnahmen.
Offener Sternhaufen Eine lose Gruppe junger Sterne aus derselben Gaswolke.
Offene Sternhaufen sind Geschwistersterne, die zusammen aus einem Nebel entstanden sind und noch locker beieinander stehen. Sie sind jung und lösen sich über Jahrmillionen auf. Die Plejaden (M45) sind das schönste Beispiel – mit bloßem Auge als kleiner Sternhaufen sichtbar.
Opposition Ein Planet steht der Sonne genau gegenüber – am Himmel dann am größten und hellsten.
Zur Opposition steht die Erde zwischen Sonne und Planet. Der Planet geht bei Sonnenuntergang auf, ist die ganze Nacht sichtbar und steht uns am nächsten – die beste Zeit, ihn zu fotografieren. Saturns Ringe etwa zeigen sich dann besonders schön.
Planetarischer Nebel Die abgestoßene Hülle eines sterbenden sonnenähnlichen Sterns.
Trotz des Namens haben planetarische Nebel nichts mit Planeten zu tun – frühe Beobachter fanden sie durchs Teleskop nur rundlich wie Planetenscheibchen. Tatsächlich ist es Gas, das ein alternder Stern abstößt. Der Ringnebel M57 und der Hantelnebel M27 sind bekannte Vertreter.
Reflexionsnebel Staubwolke, die das Licht benachbarter Sterne bläulich zurückwirft.
Anders als Emissionsnebel leuchten Reflexionsnebel nicht selbst – sie streuen das Licht naher Sterne wie Nebel im Scheinwerferlicht. Weil blaues Licht stärker gestreut wird, erscheinen sie meist bläulich. Oft treten sie zusammen mit Emissionsnebeln auf.
Rektaszension & Deklination Das Koordinatensystem des Himmels – wie Längen- und Breitengrad.
Um jedes Objekt am Himmel zu finden, nutzt man zwei Werte: Rektaszension (RA, wie geografische Länge, in Stunden) und Deklination (Dec, wie Breite, in Grad). Das Planetarium auf vlio setzt deine Bilder genau anhand dieser Koordinaten an die richtige Stelle.
Rohaufnahme (RAW) Das unbearbeitete Originalbild direkt vom Sensor.
Eine Rohaufnahme enthält alle Bilddaten ungefiltert – flau, dunkel, verrauscht, aber mit maximaler Information. Erst die Bearbeitung (Strecken, Entrauschen, Gradient entfernen) holt den Nebel hervor. Auf vlio siehst du bei manchen Bildern den Vorher/Nachher-Vergleich.
SHO / Hubble-Palette Eine Falschfarben-Darstellung aus drei Schmalband-Kanälen.
Bei der Hubble-Palette (SHO) werden Schwefel, Wasserstoff und Sauerstoff auf Rot, Grün und Blau gelegt – daher das ikonische Gold-Türkis vieler Hubble-Bilder. Es sind keine echten Farben, sondern eine Zuordnung, die feine Strukturen sichtbar macht. Braucht Schmalbandfilter.
Scheinbare Helligkeit Wie hell ein Objekt von der Erde aus wirkt.
Die scheinbare Helligkeit sagt nur, wie hell etwas bei uns ankommt – nicht, wie hell es wirklich ist. Ein naher schwacher Stern kann heller wirken als eine ferne, riesige Sonne. Für die tatsächliche Leuchtkraft gibt es die „absolute Helligkeit".
Schwarzpunkt Der Helligkeitswert, ab dem das Bild als „schwarz" gilt.
Setzt man den Schwarzpunkt richtig, wird der Himmelshintergrund tiefschwarz statt milchig grau. Wichtig: Er muss VOR dem Strecken gesetzt werden – sonst hebt die Streckung den grauen Schleier mit an und das Bild wirkt flau. Ein häufiger Anfängerfehler.
Seeing Maß für die Luftruhe – wie stark die Atmosphäre das Bild verwackelt.
Warme und kalte Luftschichten lassen Sterne funkeln und verschmieren feine Details. „Gutes Seeing" heißt ruhige Luft und scharfe Bilder, „schlechtes Seeing" flimmernde, matschige. Besonders bei Mond und Planeten entscheidend – oft wichtiger als ein dunkler Himmel.
Stacking Das Verrechnen vieler Einzelbilder zu einem rauschärmeren Gesamtbild.
Statt einer langen Aufnahme macht man viele kurze und legt sie übereinander. Das zufällige Rauschen mittelt sich heraus, das echte Signal bleibt – das Bild wird sauberer. Der Seestar macht das teils automatisch. Doppelte Bildzahl heißt grob: Rauschen um den Faktor 1,4 geringer.
Strecken (Stretching) Das Aufhellen schwacher Details, damit der Nebel sichtbar wird.
Im Rohbild ist ein Nebel oft kaum vom schwarzen Himmel zu unterscheiden. Beim Strecken zieht man die dunklen Töne auseinander, sodass feine Strukturen aufleuchten – ohne die hellen Sterne auszubrennen. Meist mit einer sanften Kurve (asinh), die schwaches Licht stark, helles wenig anhebt.
Terminator Die Grenze zwischen Tag- und Nachtseite auf Mond oder Planet.
Am Terminator geht auf dem Mond gerade die Sonne auf oder unter. Weil das Licht dort flach einfällt, werfen Berge und Krater lange Schatten – deshalb sieht man entlang des Terminators die meisten Details. Bei Halbmond verläuft er fast gerade über die Mitte.
Zenit Der Punkt genau senkrecht über dem Beobachter.
Objekte im Zenit stehen am höchsten und man blickt durch die geringste Menge Luft – das Bild ist am schärfsten. Je tiefer ein Objekt steht, desto mehr Dunst und Luftunruhe stören. Deshalb fotografiert man am liebsten, wenn ein Ziel nahe dem Zenit kulminiert.
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