Die Säulen der Schöpfung — Kempen trifft Hubble
M16 MessierLinks mein Bild. Rechts das berühmteste Foto, das je von diesem Objekt gemacht wurde.
Beide zeigen dieselbe Stelle im Weltall: die Säulen der Schöpfung, tief im Adlernebel M16, rund 7.000 Lichtjahre von uns entfernt. Es sind kalte Türme aus Gas und Staub, in denen gerade neue Sterne geboren werden — und die zugleich vom Strahlungsdruck der jungen Sterne ringsum abgetragen werden. Ein Ort, an dem Entstehen und Vergehen im selben Atemzug passieren.
Das rechte Bild stammt vom Hubble-Weltraumteleskop: ein 2,4-Meter-Spiegel, der in 547 Kilometern Höhe über der Atmosphäre schwebt.
Das linke habe ich in der Nacht zum 12. Juli 2026 aus meinem Garten in Kempen aufgenommen. Mit einem Teleskop, das auf einen Tisch passt und drei Zentimeter Öffnung hat — Hubbles Spiegel ist rund 80-mal größer. Dazu ein Sommerhimmel, der nachts nie ganz dunkel wird, und ein Objekt, das hier bei uns kaum über den Horizont steigt. 363 Aufnahmen zu je 10 Sekunden, eine Stunde Licht sammeln.
Und trotzdem: Dieselben dunklen Türme sind da. Dieselbe Form, dieselbe Silhouette vor demselben glühenden Wasserstoff.
Das linke Bild wird nie so scharf sein wie das rechte — das ist Physik, kein Können. Aber darum geht es auch nicht. Es geht darum, dass dieses Licht 7.000 Jahre unterwegs war, um am Ende auf einen kleinen Sensor in einem Garten am Niederrhein zu treffen. Und dass man von dort aus sehen kann, wo Sterne entstehen.
Rechtes Bild: NASA / ESA, Hubble Space Telescope (gemeinfrei). Hubble verwendet Schmalbandfilter mit Falschfarben — mein Bild zeigt das echte rote Hα-Licht.
- Type
- Emission nebula
- Constellation
- Serpens
- Distance
- ~7,000 ly
This light travelled for 7.000 years before it reached my sensor.
The first cities were rising in Mesopotamia.
Published figures range from 5.700 to 8.500 light years – cosmic distances are hard to measure.
- Exposure
- 363 × 10 s
- Location
- Kempen
- Resolution
- 2180 × 1340 px
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