NGC 6960 — die Trümmer einer Sternexplosion
NGC6960 NGCWas hier wie ein zarter Schleier aussieht, ist die Leiche eines Sterns. Vor etwa 10.000 bis 20.000 Jahren explodierte im Sternbild Schwan ein massereicher Stern als Supernova und schleuderte seine äußeren Schichten ins All. Diese Trümmer rasen bis heute nach außen — mit rund anderthalb Millionen Kilometern pro Stunde.
Die feinen Fäden entstehen dort, wo die Druckwelle auf das Gas zwischen den Sternen trifft. Beim Aufprall wird das Material verdichtet und zum Leuchten angeregt — man sieht also nicht die Explosionswolke selbst, sondern die Stoßfront, wie eine Bugwelle im Weltall.
NGC 6960 ist nur ein Teilstück eines viel größeren Gebildes: Der gesamte Cirrusnebel spannt sich über rund drei Grad am Himmel — das entspricht sechs Vollmonddurchmessern nebeneinander. Man nennt ihn auch Hexenbesen, weil die geschwungenen Filamente an Reisig erinnern.
Der auffällig helle Stern mitten im Nebel ist übrigens ein Trugbild: 52 Cygni steht nur zufällig in derselben Blickrichtung und ist uns viel näher als der Nebel. Er gehört nicht dazu.
Die Entfernung beträgt rund 2.400 Lichtjahre — ein vergleichsweise naher Nachbar, weshalb wir das Gebilde so ausgedehnt sehen. Über dem Niederrhein steigt NGC 6960 auf etwa 69 Grad und steht damit fast im Zenit: beste Bedingungen, weil man durch besonders wenig Luft blickt.
- Typ
- Supernova-Überrest
- Sternbild
- Cygnus
- Entfernung
- ~2.400 Lj
Dieses Licht war 2.400 Jahre unterwegs, bevor es meinen Sensor traf.
Damals herrschten die Pharaonen über Ägypten.
Angaben in der Literatur schwanken zwischen 2.100 und 2.600 Lichtjahren – Entfernungen im All sind schwer zu messen.
- Aufnahme
- 2026-12-08
- Belichtung
- 10s x 931
- Integration
- 3 h
- Ort
- Kempen
- Auflösung
- 1309 × 724 px
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